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Ton richtig vorbereiten durch Kneten. Wie? Warum?

Du wunderst dich, dein Werkstück an der Töpferscheibe will heute nicht gelingen? Vielleicht liegt es an der Vorbereitung der Tonmasse. In meinen Töpferkursen vermittle ich, wie wichtig die richtige Aufbereitung ist.


Luftblasen raus? Ja, und mehr.

Die richtige Masseaufbereitung treibt eingeschlossene Luftblasen aus. Luftblasen erschweren oder verunmöglichen sogar das Zentrieren, beim Hochziehen können sie als "Mugel" in der Wand stören.


Alter oder wiederverwendeter Ton kann harte oder weiche Stellen im Ton haben. Durch das Kneten wird die Tonmasse in sich homogener. Die einzelnen Tonpartiel werden in eine Richtung ausgerichtet. Der Ton erhält eine angenehme, weiche Konsistenz, ideal für die Arbeit an der Töpferscheibe.


Die richtige Unterlage.

Der Tisch sollte gerade so hoch sein, dass du dich knapp unter deinen Beckenknochen an die Tischkante anlehnen kannst und dabei Standfest bleibst. Das Gewicht deines Oberkörpers kann so über deine Arme und deine Ballen auf den Tonbatzen leicht und ohne Muskelkraft übertragen werden.

Ich persönlich bevorzuge einen noch niedrigeren Tisch.


Eine Pressspanplatte ist ideal, gut an der Tischplatte befestigen (z. B. mit Zwingen).

Pressspanplatten haben den Vorteil, dass sie Wasser etwas aufnehmen. Die Tonmasse bleibt nicht an der Platte kleben und es wird ihr etwas Wasser entzogen.


Eine zugeschnittene Rigipsplatte (Kanten abkleben!) oder eine gegossene Gipsplatte sind ebenfalls geeignet. Eventuell entziehen diese Platten zu viel Wasser. Wird der Ton beim Durchkneten zu trocken, befeuchte die Unterlage mit einer Sprühflasche.


Zwei Knet-Methoden. Üben?

In Europa ist die sogenannte "Widderkopf-Methode" üblich.

In Asien wird der Ton spiralenartig mit dem "Spiral-Wedging" geknetet.


Beide Methoden benötigen etwas Übung. Den Ton richtig zu kneten, ist schwieriger als es aussieht. Die Knetbewegungen müssen erlernt werden. Viele angehende Töpfer*Innen kneten zudem mehr Luft in den Ton als sie austreiben.


Achtung: Der Vorgang ist ganz anders als das vom Backen gewohnte Teig kneten, bei dem ja Luft in den Teig gebracht werden soll.


Widderkopf-Methode

Diese Methode ist für kleinere Mengen Tonmasse gut geeignet.

Sie ist auch ideal, wenn verschiedene Tonarten miteinander vermischt werden sollen.


Der Namen dieser Methode kommt von der Form, die der Ton erhält, sie ähnelt einem Widderkopf. In der Mitte eine "Schnauze" und links und rechts sind spiralenförmige "Hörner".


Das Kneten vorbereiten.

Nimm eine Menge Tonmasse, die gut in deine beiden Hände passt (ungefähr 1 kg).

Forme eine Kugel daraus. Wirf den Batzen auf die Platte, wende ihn dabei, bis du einen Würfel hast. Lass jetzt abwechselnd jede Seite des Würfels auf die Platte fallen. Wiederhole das einige male. Damit treibst du Luftblasen aus der Mitte an die Oberfläche und der Ton wird etwas homogenisiert.


Das Kneten.

Lege die Hände seitlich an den Tonwürfel. Schiebe den Batzen mit beiden Händen gleichzeitig nach vorne, die unteren Handballen drücken dabei die Tonmasse etwas nach nach unten. Den Batzen, über die so entstandene "Nase" etwas nach vorne rollen und schiebe und drücke. Dabei stützen beide Hände die Seiten des Batzens, damit er nicht breiter werden kann.


Wiederhole das Drücken und Drehen ungefähr 70 mal.


In den Videos wird die Knetbewegung und die Handhaltung gut gezeigt.




Spiral-Wedging

Diese Methode erlaubt es, große Mengen zu kneten, bis zu 15 kg.

Das geht, weil immer nur eine kleine Menge der zu knetenden Tonmasse in die Hände genommen und hinuntergedrückt wird.


Der Name dieser Methode kommt von der Form, die das Tonstück beim Kneten annimmt.


Das Kneten vorbereiten.

Schlage den Ton zu einem Block, der etwas länger als breit ist. Lege den Tonziegel flach auf Ihre Arbeitsfläche, sodass die lange Seite senkrecht zum Körper ist.


Das Kneten.

Drücke die Unterseite der Handflächen in die Hälfte des Tons, die am weitesten von dir entfernt ist. Drücke die Tonmasse vom Körper weg, nach unten zur Arbeitsfläche. Der obere Teil der Handflächen und Finger sollte die Außenseite des Tons umschließen und leicht in Richtung Mitte drücken.


Greife das Ende des Tons, das am weitesten von dir entfernt ist und kippe den Block in Richtung deines Körpers. Während du den Ton zu dir kippst, drehe ihn ein wenig zur Seite (10-15 Grad, gegen den Uhrzeigersinn).


Lege nun die Hände etwas höher und etwas seitlich von der Stelle, die du beim ersten Mal gedrückt hast an den Ton. Mit der linken Hand drücke gerade nach unten und mit der rechten Hand von der Seite zur Mitte des Tons. Das hilft dem Ton, sich leichter zu drehen.


Wiederhole das Kippen, drehen un drücken ungefähr 70 mal.


Die Hände und der obere Teil des Tons sollten sich kontinuierlich und wie in einer einzigen Bewegung in einem schmalen Oval über der Arbeitsfläche bewegen. Mit etwas Übung gelingt dir das.


In diesem Video wird die Knetbewegung gut gezeigt.






Du lernst in meinem Töpferkurs das Arbeiten an der Töpferscheibe. Aufbereiten gehört dazu und muss genauso geübt werden wie das Drehen selbst. Auf Wunsch gebe ich auch Unterricht in den beiden Knetmethoden.


Autor: Feli Hager / Felikeramik / 2023



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